Blutet ganz Europa aus?


Es wird Zeit, einmal Bilanz zu ziehen, ob Deutschland und die EU tatsächlich Irland, Spanien, Italien und andere in Not geratene Länder rettet. Frau Merkel will uns das immer wieder weismachen. Aber wer wird hier wirklich „gerettet“?  Mit all den Bürgschaften, die Deutschland schon bereitgestellt hat, sind unsere Staatsschulden auf ca. 3,5 Billionen rasant angewachsen. Aber erzählt uns das jemand? Wir alle werden weiterhin für dumm verkauft und mit Halbwahrheiten und Lügen „ruhig gestellt“.

Wirklich gerettet werden mit unseren Steuergeldern vor allem Banken und wohlhabende Anleger. Das wird von den Regierungen und Zentralbankern aber bewusst verschleiert. Auch dass es meist Deutsche sind, die auf dem Spekulantenmarkt nichts riskieren wollen, aber satte Gewinne einstecken. Wenn es Verluste geben sollte, werden sie ja wieder „gerettet“.

Vor was eigentlich. Davor, dass sie weniger Gewinne einstecken oder auch Verluste hinnehmen müssen? Ist nicht jeder für sein Tun selbst verantwortlich? Firmen die Pleite gehen, werden doch auch nicht gerettet. Die tragen das Risiko selbst.

Als der Harvard-Ökonom vor Europa warnte

 Als junger Mann wurde er eingesperrt und gefoltert. Dann studierte er in Harvard Ökonomie und erwarb die US-Staatsbürgerschaft. Andreas Papandreou wusste also wovon er sprach, als er 1977 eindringlich vor Europa warnte. Hätte man auf ihn gehört wären viele bittere Realitäten dem griechischen Volk und den deutschen Steuerzahlern erspart geblieben. In einem historischen Dokument warnte er davor, dass die „südeuropäischen Staaten gut daran täten, nicht der EG beizutreten“ bzw. ihren Austritt vorbereiten sollen:

Sicherlich gibt es zu einigen Schlussfolgerungen Papandreous Diskussionsbedarf, aber dem inhaltlichen Vortrag hinsichtlich des heute gefühlten „EU-Feudalismus“ ist nichts hinzuzufügen.

Das Europa der Arbeitslosen und der Schuldenknechtschaft

Seit Ausbruch der Schuldenkrise geben sich  die Regierungschefs Europas im Kanzleramt die Klinke in die Hand. Da ist Deutschland als wirtschaftlich stärkstes Land wichtig. Der deutsche Steuerzahler bürgt inzwischen mit über einer Billion Euro für überschuldete Staaten der Eurozone, wie der Bundestagsabgeordnete Carsten Schneider ausgerechnet hat. Er ist in der SPD für die Haushaltspolitik zuständig. Seiner Partei empfahl er aber im Bundestag, allen von der Merkel-Regierung gewünschten Hilfszahlungen an Schuldenstaaten zuzustimmen. Was für eine Scheinheiligkeit hat sich da in den Parteien breit gemacht!

CDU, SPD, FDP und Grüne wissen ziemlich genau, was sie mit Europa anstellen wollen, nur reden sie nicht gerne darüber. Sie wissen, dass das, was in den Beschlüssen der Parteien steht, nicht gut beim Wähler ankommt.

Die Deutschen sind nicht europafeindlich, aber europaskeptisch und unterscheiden sich damit nicht von anderen Nationen. Sie wollen auf lange Sicht keinen europäischen Bundesstaat, wie das Vorbild der USA. Deshalb sind sie allen Versuchen gegenüber skeptisch, wenn das Souveränitätsrecht der Nationalstaaten auf die EU übertragen werden soll, wie das europäische Finanzministerium und das europäische Wirtschaftsministerium. Die CDU aber hat das festgeschriebene Ziel, eine „politische Union“ zu basteln:

Im Beschluss des Leipziger Parteitages vom November 2011 „Starkes Europa – Gute Zukunft für Deutschland“ steht folgendes: „In einer globalisierten Welt können die einzelnen Nationalstaaten in bestimmten Bereichen politische Gestaltungsmacht besser gemeinschaftlich wahrnehmen als alleine. Wenn wir Zuständigkeiten an die Europäische Union abgeben, gewinnen wir durch das gemeinsame Gewicht in der EU an Einfluss.“

Die CDU sagt auch, wie sie das bewerkstelligen will:

 „Für eine handlungsfähige, demokratische und transparente Politische Union brauchen wir Änderungen der EU-Verträge, weil die gegenwärtig gültigen sich nicht in allen Bereichen als ausreichend erwiesen haben. Dafür wollen wir jetzt die Voraussetzungen schaffen.“

Die SPD spricht zwar nicht von einer Politischen Union. Letztendlich laufen aber deren Beschlüsse auf Ähnliches hinaus. Die Sozialdemokraten schreiben wörtlich:

„Eine gemeinsame europäische Haftung für einen Teil der Staatsschulden darf nicht länger ausgeschlossen werden.“

Auch die Grünen zeigen im November 2011 auf ihrer Bundesdelegiertenkonferenz ihre Nähe zur SPD und CDU:

 „Europa braucht endlich eine stärkere Wirtschafts- und Solidarunion, sonst droht das europäische Projekt insgesamt zu scheitern.“

Nicht zuletzt will uns Frau Merkel klar machen, dass wenn der Euro scheitert, auch Europa scheitert.  Nachweislich gescheitert sind bislang aber nur all die teuren Rettungsversuche der Politik. Die Milliardenpakete halfen zwar den armen Banken und Investoren, die Lage der Schuldenstaaten verschärfte sich jedoch weiter. Die Folge ist, dass Europa heute unter der bisher schwersten Wirtschaftskrise mit inzwischen fast 30 Millionen Arbeitslosen leidet und große Teile der Bevölkerung in Griechenland, Portugal und Spanien in ihrer Existenz bedroht oder gar schon beraubt sind. Müssen wir nicht schon längst den Verantwortlichen vorwerfen: Ihr seid es, die dieses Europa der Arbeitslosen und der Schuldenknechtschaft wollt?

Und – wenn der Euro scheitert – wer scheitert denn wirklich? Ist es nicht Frau Merkel selbst, die dann um ihre Macht bangen muss?

 

Beispiel Griechenland

Mittlerweile wissen wir, dass in Griechenland Mütter ihre Kinder im SOS-Kinderdorf abgeben, weil sie Angst haben, nicht mehr genügend für den Nachwuchs sorgen zu können.

Laufend gehen die Menschen auf die Straße, um gegen die Sparverordnungen der Troika zu demonstrieren und zeigen damit, dass sie nicht aufgeben und vor den Angriffen der eigenen und europäischen Bourgeoisie sowie des internationalen Finanzkapitals klein beigeben oder gar resignieren wollen.

Am 22.02.2013 kam es in Griechenland wieder zu einem Generalstreik, bei dem die Eisenbahngesellschaft OSE und die Athener Vorortsbahn lahm gelegt wurde. Auch am Flughafen ging nichts mehr, weil sich die Fluglotsen dem Streik angeschlossen hatten und die Fährschiffe still standen, trotz der für die Seeleute immer noch geltenden Zwangsrekrutierung. Lehrer, Angestellte der Kommunalverwaltung, Rechtsanwälte, Verkäufer auf Wochenmärkten und selbst Journalisten schlossen sich ebenfalls an, wodurch kaum über den Staatsbesuch vom französischen Staatspräsidenten Hollande berichtet wurde.

Die größte Oppositionskraft gegen die griechische Bougeoisie, SYRIZA hatte zudem aufgerufen, nach dem Bruch des Wahlversprechens die Streiks bis zum Sturz der jetzigen Regierung weiter zu führen, um dann tatsächlich Neuverhandlungen über die auferlegten Sparmaßnahmen anzustrengen. Selbst die vor einigen Monaten neu gebildete Koalition aus Nea Dimokratia, PASOK und der Demokratischen Linken hat mittlerweile insgesamt  15 Abgeordnete verloren, die diesen Kurs nicht weiter mitverantworten wollten.

Trotzdem zeigt sich die Regierung entschlossen, die barbarischen Sparmaßnahmen mit eiserner Faust weiter zu betreiben. Weitere Kürzungen von Löhnen und Renten, erhöhte Besteuerung, der Zusammenbruch der sozialen Dienste und die Anhebung der Steuer für Heizöl erdrückt die Bevölkerung. Hunderttausende von Haushalten haben in diesem Winter keinerlei Heizung.

Parlamentarische Verfahren werden verletzt, indem fortgesetzt neue Maßnahmen über die im Parlament nicht abgestimmt werden muss, eingeleitet werden. Soziale Verbände und Gruppen werden von der Regierung angegriffen und regelrecht verfolgt, weil sie sich Widerstand „erlauben“. Opfer dieser Politik waren jüngst die Arbeiter im öffentlichen Verkehr und die Hafenarbeiter, deren Streiks nach heftigem Druck der Regierung per Gericht als illegal verboten wurden. In beiden Fällen wurden die Arbeiter aufgrund eines ursprünglich für den Fall eines Kriegszustandes verabschiedeten Gesetzes gezwungen, ihre Arbeit wieder aufzunehmen.

Die Regierung selbst organisierte gewaltsame Polizeieinsätze, um Besetzungen im öffentlichen Raum zu beseitigen. 4 Anarchisten wurden nach deren Festnahme brutal gefoltert und ohne Beweise mit einer terroristischen Gruppe verknüpft und ihre Fotos veröffentlicht, in denen dann Gesichtswunden aus den Folterungen weg retuschiert waren.

Vertuschung extremer politischer und rechtlicher Verantwortung von Verbündeten der Regierung, Korruption und Steuerhinterziehung werden nicht geahndet, obwohl Beweise auf der Hand liegen und erdrückend sind. Auch in Griechenland werden über die Abgeordneten der SYRIZA USF (wie in Deutschland über DIE LINKE)  Lügen verbreitet und Erklärungen oder Aktionen dieser Partei verzerrt dargestellt.

Gleichzeitig zeigt sich durch die Wirkungslosigkeit der betriebenen Politik und das Anwachsen der öffentlichen Schulden, die Notwendigkeit neuer flächendeckender Maßnahmen, die die Souveränität des Volkes beenden sollen. Die griechische Regierung versucht, das Volk zu desorientieren, um die Gesellschaft an Armut, Verlust von Rechten und Unterordnung zu gewöhnen. Zudem wird fortlaufend gegen die griechische Verfassung und die Richtlinien der parlamentarischen Verfahren verstoßen. Deshalb fordert auch SYRIZA – die angeblich radikale Linke – Neuwahlen in Griechenland.

 

Beispiel Irland

Seit zwei Jahren finden in dem kleinen Ort Ballyhea Sonntagsdemos statt. Auf dem Schild, dass Aktivisten vorneweg tragen steht „ Ballyhea says: No to bondholder bail-out!“ (Nein zum Freikauf der Anleihebesitzer). In Irland ist das ein wichtiges Thema.

Jeden Monat zahlen die sechs verstaatlichten Banken des Landes dreistellige Millionenbeträge, um fällige Anleihen zu bedienen. Sie zahlen damit zumeist ausländische Besitzer aus, das meiste davon auf Kosten der irischen Steuerzahler.

Um die im Boom aufgeblähten Banken zahlungsfähig zu halten, hat der irische Staat seit 2008 schon mehr als 70 Milliarden Euro zusätzliche Schulden machen müssen. Gleichzeitig wurden durch die Regierung radikal Ausgaben gekürzt, vor allem natürlich zulasten der Schwächeren.  Jede Woche verlassen mehr als 1000 Menschen – hauptsächlich junge Leute – das Land in Richtung Übersee. Das ist seit der Hungersnot im 19. Jahrhundert die größte Auswanderungswelle.

Dabei zählte Irland noch bis 2007 zu den Euro-Ländern mit dem niedrigsten Schuldenstand. Mit dem Zugang zum Euro-Markt fielen aber die Kreditzinsen unter die Inflationsrate und boten die Möglichkeit, auf Pump zu bauen und zu investieren. Allein deutsche Banken schleusten bis 2008 mehr als 100 Milliarden Euro nach Irland. Das sind zwei Drittel einer Jahreswirtschaftleistung dieses kleinen Landes. Mit diesem Geld befeuerten die sechs irischen Banken einen Immobilienboom, der selbst denjenigen in den USA noch übertraf.

Nach dem Crash im September 2008 kam der Geldstrom zum Erliegen, die Immobilienpreise fielen und immer mehr Kredite wurden faul. Die Anglo Irish Bank, die besonders aggressiv expandierte, konnte ihre auslaufenden Anleihen nicht mehr bedienen. Die irische Regierung geriet in Panik und übernahm für zwei Jahre die Garantie für alle Schulden irischer Banken, ohne zu ahnen, um wie viel Geld es ging. Allein die Manager der Anglo Irish Bank hinterließen einen Schuldenberg von 47 Milliarden Euro. Das ist mehr als die irischen Steuereinnahmen in einem Jahr, weshalb die Zahlungspflicht für die mittlerweile verstaatlichten Banken im Herbst 2010 die Staatskasse zu sprengen drohte.

Harald Schumann drehte zu diesem Thema einen Film, der am 24.02.2013 auf ARTE gesendet wurde.  Er machte erstaunliche Erfahrungen, als er Fragen nach den Investoren stellte: Vereinbarte Termine mit Bankern in London wurden unter falschen Vorwänden abgesagt. Aufsichtsbehörden von Dublin bis  Athen erklärten sich für nicht zuständig und Fachleute ohne direkte Verantwortung sprechen aus Angst, ihren Job zu verlieren, nur unter dem Siegel der Verschwiegenheit. Die Finanzminister in Irland, Spanien oder Deutschland, die EU-Kommission in Brüssel oder die Europäische Zentralbank in Frankfurt behaupteten, es handele sich um ein Staatsgeheimnis und verweigerten eine konkrete Auskunft.

Wolfgang Schäuble hält die Frage für abwegig und erklärte dem Fragesteller, die Banken seien nun mal „sehr miteinander verflochten“. Wenn eine Bank nicht mehr zahlungsfähig sei, dann löse das „Zweifel aus, ob die nächste Bank noch zahlungsfähig ist. Es müsse darum verhindert werden, dass „durch den Zusammenbruch eines Instituts der gesamte Bereich“ zusammenbreche. Klingt das nicht zu einfach und verbirgt es nicht, welche Interessen diese Politik bedient? Die Folgen sind verhängnisvoll. Irland hat es bisher härter getroffen, als jedes andere Land.

Der irische Finanzminister Lenihan forderte im November 2010, die Inhaber der ausstehenden Bankanleihen müssten auf einen Teil ihrer Ansprüche verzichten.  Doch er damalige EZB-Chef Jean-Claude Trichet fürchtete eine Schockwelle für Europas Banken. Trichet wusste, ohne den Zugang zu den Krediten der EZB würde Irlands Zahlungssystem zusammenbrechen und erpresste damit das kleine Irland.

Weil US-Banken viele Ausfallversicherungen auf irische Schuldtitel verkauft hatten, forderte der damalige Finanzminister Amerikas, Timothy Geithner, dass die Bankanleihen Irlands bedient werden müssen. Er wie auch Trichet agierten damals schon als Lobbyisten der Finanzindustrie. Am 27. November 2010 billigte daraufhin zwangsläufig die Regierung Irlands das Abkommen mit den so genannten Euro-Rettern.

Irland bekam einen Kredit über 67.5 Milliarden Euro, wodurch dem irischen Staat Schulden von mehr als 100 Milliarden aufgebürdet wurden, die zuvor private Banken bei privaten Investoren gemacht hatten. Doch Irland war nur der Anfang.

Beispiel Spanien: Ein europäisches Gemeinschaftswerk

In Ciudad Real in Spanien erstreckt sich wie ein Monument des Scheiterns über fast fünf Kilometer eine Landebahn. Davor blinkt ein nagelneuer Terminal aus Glas und Stahl. Ein Bahnhof für Expresszüge steht ebenfalls dort. Aber kein Flugzeug landet und kein Zug hält.

Zusammen mit den Regierenden der Provinz Castilla-la-Mancha hatte ein lokaler Baulöwe das Projekt angeschoben. Nach einem Betriebsjahr musste die Betreiberfirma 2010 mangels Nachfrage Bankrott anmelden. Übrig blieben die Schulden.

So machten es Provinzfürsten und Baukonzerne im ganzen Land. Die Euro-Einführung im Jahr 2000 brachte niedrige Zinsen und Spanien in einen Immobilienrausch auf Pump, mehr als eine Million leerstehende Wohnungen, tausende Bauruinen und hinterließ faule Kredite in Höhe von rund 300 Milliarden Euro.

Hier waren es jedoch die 45 regionalen Sparkassen, die von Politikern der Großparteien kontrolliert wurden, die Spanien ins Unglück führten. Trotz allem war der Baurausch ein europäisches Gemeinschaftsprojekt, denn das Geld dafür kam fast ausschließlich aus dem Ausland. Deutsche Banken legten in drei Jahren bis 2008 mehr als 140 Milliarden Euro in Spanien an.

Von Deutschland kamen die Angebote von allen Seiten, weil die Banken nicht wussten, wo sie ihr Geld anlegen sollten. Jeder konnte wissen, dass das Kartenhaus einstützen muss, aber das war nicht wichtig. Nach dem Crash erwogen die Verantwortlichen zu keinem Zeitpunkt, auch ausländische Investoren an den Kosten der Fehlinvestments zu beteiligen.

Im Mai 2012 nachdem die eben erst zur Großbank fusionierte Bankia vor der Insolvenz stand, kündigte Premier Mariano Rajoy die Verstaatlichung der privatisierten Bank an. Die Türme der Bankia-Zentrale wurden zum Symbol der spanischen Krise und obwohl Spaniens Staatsschulden weit geringer sind, als die deutschen, kann das Land nur noch Kredite mit ruinösen Zinsen aufnehmen.

Trotz allem halten Rajoy und dessen Finanzminister Julio de Guindos am alten Konzept fest. Keine Bank soll abgewickelt werden und kein Gläubiger sein Geld verlieren. Wo den Banken das Kapital ausgeht, sollen die Steuerbürger es ersetzen und beantragen beim Rettungsfonds (ESM) der Euro-Staaten einen Notkredit von 100 Milliarden Euro, der auch prompt gewährt wird. Niemand fragt nach, woher die spanischen Banken ihre Schulden haben.

Die Regierung Rajoy verbietet selbst dem Gericht die Einsicht in die Bücher des staatseigenen Geldkonzerns:

Die Geheimhaltung ist die wichtigste Waffe der Bankenretter. Denn sie verhindert, dass „die einzig vernünftige Alternative“ überhaupt geprüft wird: die Beteiligung der Gläubiger an den Kosten der Bankensanierung durch die Umwandlung von Forderungen in Gesellschaftsanteile. (Der Tagesspiegel vom 24.02.2013)

Rechtlich hätte die Bankia ohne Steuergeld weiter arbeiten können. Auch in Spanien werden die Gläubiger nicht genannt und die Steuerzahler müssen für das Fehlverhalten der Banken aufkommen. Aber das Geld aus dem Rettungsschirm und der damit verbundene Abfluss der Milliarden ins Ausland für die Bedienung der Gläubiger zieht die spanische Wirtschaft immer tiefer in den Verfall – und das mit ausdrücklicher Billigung der anderen Euro-Staaten.

Finanzminister Schäuble leugnet sogar, dass Investoren überhaupt Mitverantwortung tragen. Das Geld sei den Spaniern ja „nicht mit Waffengewalt aufgezwungen worden“, sagt er.

Nach gleichem Muster wird auch die Stützung der Banken in Zypern ablaufen. Allerdings fordern hier einige Regierungen, wo es um vornehmlich Geld russischer Anleger geht, erstmals ein „bail-in“ der Bankengläubiger. Aber viele Großanleger haben ihr Geld bei Zyperns Banken mittlerweile schon längst abgezogen.

FAZIT

Alles in allem ist das in den südeuropäischen Ländern ein Freikauf der Gläubiger  von überschuldeten Banken zulasten der Steuerzahler, die immer mehr unter der drückenden Last, die ihnen die Regierenden auferlegen, leiden.

Im Grunde sieht es doch so aus, dass die irische, spanische und griechische Bevölkerung unsere Banken rettet und nicht umgekehrt. Die Regierungen Europas stützen die von einer Insolvenz bedrohten Banken und deren Geldgeber mit Staatsgeld und die Steuerzahler müssen dafür aufkommen, obwohl die Gläubiger schlecht investiert haben.

Aber hat nicht der Steuerzahler dann wenigstens das Recht, zu erfahren, wer hinter diesen Gläubigern steht? Angeblich seien diese nicht bekannt, weil die Papiere anonym gehandelt würden. Das stimmt aber nicht. Paul Staines, ein irischer Blogger in London, der früher ebenfalls mit Anleihen handelte veröffentlichte eine Liste von Finanzinstituten, die Anleihen von Anglo Irisch im Milliardenwert halten. Eine Liste, die sich wie ein Who’s who der westlichen Finanzwelt liest. Liste hier:

Auch Deutschland hatte einen Immobilienboom, nur wurde der ins Ausland verschoben. Letztendlich zahlen alle in Europa für die Fehlinvestitionen von Banken und deren Gläubiger. Alle in Europa werden letztendlich dafür bezahlen müssen. Griechenland, Spanien und Irland sind nur die Vorreiter und Versuchskaninchen, wie weit die Regierungen gehen können.

Die Gier der Gläubiger verhindert, dass sie – wie jedes andere Unternehmen – selbst für ihre Fehlinvestitionen aufkommen müssen. Man kann kaum noch glauben, dass unsere Regierungen für alle Menschen da sind. Alles spricht dafür, dass diese Machenschaften auf ein politisch gewolltes Elend deuten. Wer sich ein Buch über die Bilderberger hernimmt und liest, sieht darin, dass deren Planung von einer „Eine-Welt-Regierung“ in der die Bürgerinnen und Bürger unterjocht werden sollen, schon sehr weit vorangeschritten ist.

Ein Schweizer Votum gegen die Gier von Managern und eine Protestwahl in Italien zeigen deutlich, dass die Völker den gesellschaftszerstörenden Kapitalismus satt haben. Hat das die Deutsche Regierung noch nicht begriffen? Die Wut, vor allem auf uns Deutsche wächst mit jeder neuen Sparmaßnahme.

Peer Steinbrücks Entsetzen, dass zwei Clowns Italien regieren würden, zeigt, dass der Kanzlerkandidat der SPD noch nicht einmal begreift, was in Europa vor sich geht. Und er soll die Lösung sein? Er hat nicht schon mehrmals durch seine unqualifizierten Aussprüche bewiesen, dass er im Grunde Deutschlands „Clown“ ist?

Italien hat postwendend die Quittung für den Ausgang der Wahl erhalten und wurde mit der Herabstufung der Kreditwürdigkeit und mit höheren Zinsen bestraft. Muss man da nicht fragen, ob es wirklich mittlerweile schon normal geworden ist, dass „die Märkte“ der Politik Quittungen schreiben dürfen? Wäre Steinbrück wirklich ein Sozialdemokrat, müsste er viel Sympathie für die Menschen nicht nur in Italien zeigen.

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7 Antworten to “Blutet ganz Europa aus?”

  1. ersa Says:

    die deutsche mafia sitzt in berlin wann gehen wir dorthin

  2. ersa Says:

    merkel hat uns verraten und nun können wir aufs ende warten

  3. ersa Says:

    Europa ist der Untergang für Deutschland

  4. Senatssekretär FREISTAAT DANZIG Says:

    Hat dies auf Aussiedlerbetreung und Behinderten – Fragen rebloggt.

  5. monopoli Says:

    Hat dies auf monopoli rebloggt.

  6. PeWi Says:

    Ich habe heute in der JW gelesen, dass 3/4 der Verbände des Roten Kreuzes in der EU Nahrungsmittelhilfen in ihren Ländern leisten müssen. Das soll es noch nie nach dem 2. Weltkrieg gegeben haben. In Spanien wird bei Sammlungen des Roten Kreuzes nicht mehr für notleidende Länder auf der Welt gesammelt, sondern für die eigene Bevölkerung. Tja, und das nennt sich nun das beste System aller Zeiten.

  7. AlterKnacker Says:

    Wahrheiten wie dieser Beitrag oder auch andere (http://freies-in-wort-und-schrift.info/2013/03/10/offizielle-lgen/) werden bald echte Raritäten sein.

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